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Ihr erster Wiener Ball

Vom Kartenkauf bis zur Mitternachtsquadrille: Alles, was Sie vor Ihrem ersten Ball wissen sollten.


Ein Wiener Ball ist keine gewöhnliche Abendveranstaltung — er hat seine eigene Dramaturgie, seine eigenen Rituale und seinen eigenen Zauber. Mit ein wenig Vorbereitung fühlt sich schon der erste Ball an wie der zehnte.

Vor dem Ball

Karten rechtzeitig sichern. Beliebte Bälle sind Wochen im Voraus ausverkauft. Neben der Eintrittskarte gibt es oft Tischplätze und Logen — wer sitzen möchte, sollte früh reservieren, denn die Flanierkarte allein garantiert keinen Platz.

Den Dresscode ernst nehmen. Lesen Sie die Einladung genau und halten Sie sich daran. Details finden Sie in unserem Dresscode-Guide.

Tanzen auffrischen. Niemand erwartet Turnierniveau, aber ein sicherer Grundschritt in Walzer und Quadrille macht den Abend deutlich schöner. Die Wiener Tanzschulen bieten in der Saison eigene Ball-Crashkurse an — auch für Paare, die nur einen Abend investieren wollen.

Der Abend selbst

Die Eröffnung. Der Ball beginnt mit dem Einzug des Jungdamen- und Jungherrenkomitees, meist gefolgt von einer choreografierten Eröffnung. Erst nach dem Ruf „Alles Walzer!" gehört das Parkett allen Gästen.

Die Mitternachtsquadrille. Kurz vor Mitternacht versammeln sich alle zur Quadrille — einem Gruppentanz, der laut vom Tanzmeister angesagt wird. Vorkenntnisse sind keine nötig: Das halbe Parkett improvisiert, und genau das ist der Spaß daran. Unbedingt mitmachen.

Pausen einplanen. Ein Ball dauert bis in die frühen Morgenstunden. Erkunden Sie das Haus: Fast jeder Ball bespielt mehrere Säle mit unterschiedlicher Musik, dazu Bars, Heurigenecken und stille Winkel.

Kleine Etikette

  • Zum Tanz wird höflich aufgefordert — und eine Aufforderung ebenso höflich angenommen oder abgelehnt.
  • Auf dem Parkett wird gegen den Uhrzeigersinn getanzt; wer langsamer tanzt, bleibt innen.
  • Das Handy bleibt in der Tasche. Fotos ja, Dauerfilmen nein.

Nach dem Ball

Zum Abschluss gehört in Wien traditionell eine Gulaschsuppe oder ein Würstel am Stand — und der Heimweg durch die stille Stadt, während die Füße noch im Dreivierteltakt wippen. Spätestens dann wissen Sie, warum die Ballsaison hier seit zwei Jahrhunderten gefeiert wird.